|
Die
Erweiterung der Janusz-Korczak-Schule –
30
Jahre Kampf mit gutem Ende von Jörg Rudolph

Die
Erweiterung der Janusz-Korczak-Schule –
30 Jahre
Kampf mit gutem Ende
Die Janusz-Korczak-Schule wurde 1972 errichtet.
Der in den Planungen vorgesehene zweite Bauabschnitt wurde zunächst
verschoben. Dieser vorläufige Zustand dauerte rund 33 Jahre. Die
Verwaltung verstand es immer wieder, die Fertigstellung mit den
verschiedensten Argumenten hinauszuzögern. Generationen von
Schulkindern wurden in einer viel zu kleinen Schule unterrichtet. Die
Schulleiter der Janusz-Korczak-Schule waren seither stets bemüht, den
geplanten zweiten Bauabschnitt einzufordern. Erfolg war diesen Bemühungen
nicht beschieden. Nach der letzten Kommunalwahl wurde das Thema erneut
von Politik und Förderverein aufgegriffen. Allen Beteiligten war
bewusst, dass die Schule eigentlich aus allen Nähten platzte.
Schulleitung und Förderverein unternahmen immer neue Versuche und
mobilisierten durch kreative Aktionen Politik und Verwaltung. Erste
Gespräche in den Ratsfraktionen der Stadt Göttingen wurden geführt.
Auf meine Anregung fand am 27. Februar 2003 die
Sitzung des Schulausschusses in Nikolausberg statt. Mein Ziel war es,
den Verantwortlichen die Situation in der Schule vor Augen zu führen.
Nach dieser Besichtigung und den Erläuterungen des Schulleiters Hartung
waren sich alle Fraktionen einig, dass unmittelbarer Handlungsbedarf
bestand. In der Schulausschusssitzung am 26. Juni 2003 lagen der
Verwaltung die Anträge aller Fraktionen vor. Einstimmig wurde ein
Konzept gefordert, mit dem der Schulanbau
so gestaltet werden könnte, dass den konkreten Bedürfnissen Rechnung
tragen sollte.
Im August folgte der erste Sachstandsbericht.
Die Verwaltung schlug die sogenannte Container-Lösung vor. Diese Lösung
wurde zu meiner Verwunderung vom Förderverein und der örtlichen SPD
als grosser Erfolg gefeiert. Indes wurde uns von der Verwaltung hiermit
ein weiteres Provosorium vorgeschlagen. Insbesondere Fritz Güntzler als
Vertreter der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen und ich machten
den Beteiligten deutlich, dass für Nikolausberg eine fester Anbau
gefordert werden müsse, damit nicht wieder eine 30 Jahre andauernde
Zwischenlösung errichtet wird. Darauf hin legten Förderverein und
Schulleitung ein Konzept für einen festen Anbau vor. Hier zeigte sich,
dass mit wenig mehr Mitteln eine kompakte Erweiterung entstehen könnte,
die auf Jahre hinaus Bestand haben würde. Allerdings waren nur
250.000,- EUR für diese Maßnahme in den Haushalt eingestellt worden,
die nun nicht mehr ausreichten.
Ich brachte deshalb für die CDU/FDP Gruppe im
Rat der Stadt Göttingen in der Ratssitzung am 05.12.2003 einen Änderungsantrag
ein, um die Mittel auf 310.000.- EUR zu erhöhen. Auch der Oberbürgermeister
plädierte für diese Lösung, um „Nägel mit Köpfen“ zu machen.
Der Antrag wurde von Rot/Grün abgelehnt, obwohl der Schulausschuss der
grossen Lösung zugestimmt hatte. Wohl auf Druck der roten Fraktion im
Rat der Stadt stimmte auch die SPD-Fraktion der Container-Lösung zu.
Der Fraktionssprecher der SPD-Nikolausberg lies es sich nicht nehmen, im
Tageblatt zu verkünden, man könne mit dieser Lösung „gut leben“.
In der Ortsratssitzung vom 18. Dezember 2003 kam es daraufhin beinahe
zum Eklat. Wir mussten feststellen, dass die SPD den gemeinsamen Weg
verlassen hatte. Nach hitziger Diskussion lehnte die CDU-Fraktion im
Ortsrat den - gerade vor dem Hintergrund der Presseerklärungen als
Worthülse erscheinenden - Antrag der SPD-Fraktion zur pauschalen
Unterstützung ab.
Der Ortsrat folgte dem Änderungsantrag der
CDU-Fraktion und beschloss, die Fraktionen im Rat der Stadt Göttingen
aufzufordern, 310.000,- EUR für das Vorhaben zu genehmigen.
Der Druck aus Nikolausberg wurde damit immer größer.
Dies erkannte nun auch die SPD im Rat der Stadt Göttingen. In der
Schulausschusssitzung am 29.04.2004 wurde dann von allen Fraktionen eine
Erhöhung um 50.000.- EUR auf 300.000.- EUR beschlossen.
Endlich war der Weg frei.
Die weiteren Planungen durch das Hochbauamt
ergaben eine Erhöhung der Baukosten. Hinzu kamen die Kosten der
Inneneinrichtung, an denen sich der Ortsrat bereits mit 1.000 EUR
beteiligt hatte. Zwischenzeitlich hat der Förderverein die für die
Inneneinrichtung gespendeten Gelder freigegeben, um den Rohbau zu
finanzieren.
Am 02.03.2005 war es endlich soweit. Die
Grundsteinlegung fand in Anwesenheit des Oberbürgermeisters statt. Im
neuen Schuljahr wird bereits in den neuen Räumen unterrichtet werden können.
Die Geschichte zeigt, dass auch in dieser Sache
der Erfolg viele Mütter und Väter hat. Wir haben erneut gelernt, dass
wir in Nikolausberg gemeinsam handeln müssen, um zum Erfolg zu kommen.
Dazu gehört auch, dass man sich engagiert, wie es die CDU getan hat.
Jörg Rudolph
Mitglied im Schulausschuss der Stadt Göttingen
|