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Mense Peiper 1969 siedelte Mense Peiper mit ihrem Mann, der kurz zuvor zum Direktor der Chirurgischen Klinik der Universität Göttingen ernannt worden war, und zwei Kindern von Köln nach Nikolausberg über. Nur einige Jahre später, 1976, wurde sie in den Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Nikolausberg gewählt, dem sie durch stetige Wiederwahl 25 Jahre angehörte. Sie schaffte es, durch Erfahrung und Routine sowie durch ihre beherzte zupackende Art und ihr außerordentlich soziales Empfinden sich der Kirchengemeinde unentbehrlich zu machen. Was in dem verflossenen Vierteljahrhundert in der Nikolausberger Kirchengemeinde geschah, trägt auch weitgehend ihre Handschrift: Sie richtete einen Besuchsdienstkreis ein, der mit alten und kranken Menschen Nikolausbergs Kontakte pflegt oder einen lieben Geburtstagsgruß übermittelt. Sie gründete einen Förderkreis für Kirchenkonzerte und organisierte über Jahre hinweg beharrlich einmal im Monat den „Gemeindenachmittag“ mit z. T. hochinteressanten Themen. Parallel dazu engagierte sie sich im Heimatverein, zu dessen Vorsitzende sie seit 1995 gewählt wurde und dem sie ein besonderes Profil verleihen konnte. Dass sie sich der CDU verschrieb, entsprach ihrer konservativen Grundeinstellung, die aus ihrem christlich geprägten Elternhaus erwuchs. Im thüringischen Ort Ranis geboren, besuchte sie die höhere Schule in Weimar. Als Tochter eines evangelischen Pastors hatte sie in der sozialistischen Gesellschaftsordnung der DDR kaum eine angemessene Zukunftschance, so dass sie ihre Schulausbildung abbrach und nach Westberlin floh. Die innige Berührung mit dem Christentum im Elternhaus und die negativen Erfahrungen mit dem DDR-System waren für sie prägend und führten dazu, dass sie eine tiefe Verpflichtung empfand, am Aufbau einer freien, demokratischen Gesellschaftsordnung mitzuwirken. So führte ihr Weg zur CDU, in der sie sich seit 1980 in verschiedenen Funktionen betätigte. Sie gehörte 20 Jahre dem Ortsrat Nikolausbergs an, davon viele Jahre als stellvertretende Ortsbürgermeisterin und seit Februar 2000 als Ortsbürgermeisterin. In enger Kooperation mit der Kirchengemeinde organisierte sie für den Ortsrat die Seniorenarbeit und arbeitete mit Phantasie und Kreativität an der Gestaltung ihres liebenswerten Heimatortes im Rahmen des Ortsrates mit. Gleichzeitig leitete sie in Kooperation mit Dr. Block den Evangelischen Arbeitskreis der CDU in der Stadt Göttingen. Daneben beschäftigte sie sich mit bedeutenden Frauen in der Geschichte des Mittelalters. Über die Kaiserin Theophano und Katharina von Bora, die sie besonders schätzte, hielt sie bei Rotariern und anderen Gremien Vorträge. Wer ihr ein Buch zum Korrekturlesen übergab, konnte sicher sein, dass er ein fehlerfreies Exemplar zurückerhielt. Von dieser besonderen Fähigkeit profitierten auch die Anträge der Ortsratsmitglieder. Am 11. Juni verstarb Mense Peiper im Alter von 66 Jahren an einer schweren Krankheit in ihrem Haus in Nikolausberg. Es gibt wenige Menschen, die sich so in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen, wie sie es getan hat. Dr. Josef Ackermann
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