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Politik
zum Anfassen in Berlin...
Im Gepäck war ein reichhaltiges Programm, auf das wir alle sehr gespannt waren. Der Vorsitzende des CDU Ortsverbandes Göttingen Ost und Kreisvorsitzende der Jungen Union Göttingen, Andreas Bosk, stand uns als kompetenter Reiseleiter während der gesamten Fahrt zur Verfügung. Er lieferte uns als Wahlkreisreferent des früheren Landtags- und heutigen Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer interessante Hintergrundinformationen zum alten und neuen Berlin, die er für uns wegen seines Studiums der Geschichte detailreich untermalen konnte. Nach einer ersten kurzen Stadtrundfahrt gönnten wir uns eine erste Pause zum gemeinsamen Mittagessen im Restaurant Mommsen-Eck. Gestärkt und gut gelaunt traten wir die Fahrt zum zentral gelegenen Hotel „Aldea“ nahe dem Kurfürstendamm an. Nachdem wir dort eingecheckt und die Gelegenheit genutzt hatten, uns alle frisch zu machen, fuhren uns Herr und Frau Randhahn entlang des alten Mauerverlaufes zum Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestags. Wo sitzen unsere 21 Ausschüsse, in denen die wirkliche Politik gemacht wird? Durch einen Sondereingang gelangten wir – vorbeigeleitet an langen Warteschlangen – in das Reichstagsgebäude, wo wir von unserem Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer herzlich begrüßt wurden. In einem Sitzungssaal erklärte er uns alles Wissenswerte über den politischen Ablauf, die Geschichte und seine engagierte Tätigkeit als Vorsitzender des Arbeitskreises „Afrika“ der CDU/CSU-Bundestags- fraktion. Anschließend gab er uns in einem gemeinsamen Gespräch die Möglichkeit, über die Arbeit des Parlaments und der Abgeordneten zu diskutieren. Wer sitzt wo, wie wird abgestimmt und alles, was in Göttingen interessierte – keine Frage blieb unbeantwortet. Die Führung endete mit einem Fototermin in der Kuppel des Reichstagsgebäudes, dem neuen Wahrzeichen Berlins, wo Hartwig Fischer uns dazu einlud, den Abend gemeinsam mit ihm im Restaurant Maximilians ausklingen zu lassen. Grenzgänge Erstes Ziel des zweiten und letzten Berlintages war das Mahnmal „Bernauer Straße“. Wir besuchten die Stelle, an der die beiden großen politischen Systeme der Welt einander so nah waren. Vor dem zweiten Weltkrieg war die Bernauer eine belebte Straße. Die Teilung durch die Berliner Mauer machte sie dann zum Randgebiet. Bis heute macht sie einen unbelebten Eindruck, nach wie vor ist die südliche Seite nach dem Abriss der Grenzhäuser weitgehend unbebaut. Um so spannender ist ihre Geschichte... Dramatische Fluchtszenen spielten sich an dieser Nahtstelle zwischen Ost und West ab, das jeweils andere System war ganz nah. Grenzsoldaten sprangen über Stacheldraht, Anwohner aus Fenstern und von Dächern, Fluchttunnel wurden gegraben, um von Ost nach West zu gelangen. Tief beeindruckt von den Erzählungen der fachkundigen Führung ging es nach einem gemeinsamen Mittagessen im Nikolaiviertel zur nächsten geschichtsträchtigen Gedenkstätte Berlin – Hohenschönhausen, einem ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis. Mit einer Führung durch Zeitzeugen wurde die gesetzliche Bedeutung der Gedenkstätte sowie die Geschichte der Haftanstalt aus den Jahren 1945-1989 dokumentiert. Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der DDR. Wegen ihrer geographischen Lage in der Bundeshauptstadt gilt sie als wichtiger Erinnerungsort für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland. Die Berichte des Zeitzeugen hinterließen bei uns allen einen sehr tiefen Eindruck, der auf der Rückreise immer noch Grund zum Nachdenken und zu Diskussionen lieferte. Ein ganz besondere Reise – gefüllt von gut organisiertem Info- und Entertainment, die uns Lust auf mehr Berlin macht... Maren Noack
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